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Interview mit Pierre Nierhaus

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Gastro und Edel-Fastfood im Handel liegen im Trend, warum?
Die Mobilität in unserer Gesellschaft hat enorm zugenommen. Räumlich, beruflich und sozial. Gegessen wird künftig rund um die Uhr und überall. Deshalb hat „To-Go“ einen neuen Stellenwert erhalten. Ob die schnelle Mahlzeit zwischendurch, eine kurze Kaffee-Pause oder Genießen im vorübergehen – die Gastro-Profis zelebrieren Fast-Food in einer neuen Art und Weise. Emotional, appetitlich und kreativ. Ideal für Singles oder Freundinnen, die Einkaufen und Essengehen miteinander verbinden wollen, aber auch als attraktive Alternative zum nüchternen Online-Shopping. „To-Go“ von heute ist wertig und fantasievoll. Das belegt auch der Hype um Convenience Produkte. Luxus ist also durchaus erlaubt. Und erwünscht: So erleben z.B. Burger als Edelfood oder Low Carb-Varianten ein grandioses Comeback und auch die Currywurst wird inzwischen im Edelimbiss serviert.

Welche Konzepte sind derzeit angesagt?
Ganz vorn steht Kaffee – das Kultgetränk schlechthin. Ob Crema, Macchiato, Cappuccino, Cold Brew, Frappé oder der klassische Filterkaffee – allein der Duft der exklusiven Wachmacher reicht schon aus, um ein positives Erlebnis zu schaffen. Begründet und geprägt in Israel und Libanon sorgt auch die Nordafrikanische Küche für sinnliche Genüsse. Asien ist und bleibt natürlich Trendgeber. In China gibt es sie schon lange: Garküchen und leckere Kleinigkeiten am Wegesrand. Frisch zubereitetes Streetfood, exotische Snacks, orientalisch zelebrierte Sandwiches kommen auch bei uns gut an – Globalisierung und das internationale Lebensgefühl der modernen Konsumgesellschaft spiegeln sich kulinarisch wider. Darüber hinaus spielen Themen, wie Gesundheit und Öko eine große Rolle. Vegane Kost, frische und regionale Produkte sowie Bio-Foodies sind ein Megatrend.

**Wie sieht es mit der Einrichtung bzw. Gestaltung aus? **
Design und Kulinarik befinden sich auf Augenhöhe. Individualität, aber auch Differenzierung haben zugenommen. Das heißt: die Gerichte und Shops variieren nach Stadt und Jahreszeiten. Erlaubt ist was gefällt. Individuell, authentisch und unverwechselbar. „Fun & Entertainment“ spielen dabei ebenso eine Rolle, wie „Qualität & Ambiente“. Wobei sich die Gastro-Konzepte fragmentieren: Liebt es die 50+ Generation eher gemütlich und komfortabel, legt die Start Up-Szene indes Wert auf unkonventionelle Einrichtungen, wie z.B. modernen Retro-Style, kreativ gestaltet mit Flohmarkt-Unikaten. Aber auch natürliche Materialien, wie Holz und Grünpflanzen, unterstreichen den ökologischen Anspruch.

Die aktuellen Konzepte stehen für urbane Gastronomie, Gesundheit und Nachhaltigkeit. Eindrucksvoll präsentiert durch konsequentes „Front Cooking“ bei dem Frische und Zubereitung „à la minute“ im Vordergrund punkten. Dahinter steckt ein beachtenswertes Management und immense logistische Kompetenz. Denn ohne Standardisierung von Arbeitsabläufen und optimale Vorbereitung wäre so ein hochentwickeltes Fastfood-System im Handel nicht möglich.