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Auf dem Holzweg – der Trend geht zum natürlichen Wohnen

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Natürliches Wohnen ist seit Jahren der Trend Nummer eins, wenn es um die Einrichtung geht. In ihm manifestieren sich die Sehnsucht nach der Natur und der Wunsch nach einem analogen, einfachen Umfeld. Der Fokus auf die Natur ist eine Art Gegenbewegung in Zeiten des Wandels und der zunehmenden Technisierung des Alltags. Dieses Bewusstsein zeigte sich schon einmal während der Industrialisierung, die zu großen gesellschaftlichen Umbrüchen führte und in der sich die Romantiker in eine Erhöhung der Natur flüchteten. Die Digitalisierung erzeugt einen ähnlichen Effekt: Dem virtuellen, abstrakten, technischen Umfeld werden das Echte, das Authentische und die Natur entgegengesetzt.

Im Wohnen sind natürliche Materialien auch seit Jahren der wichtigste Trend – und ein Ende ist nicht abzusehen. Denn Holz ist das Wohlfühlmaterial schlechthin. Es fasst sich angenehm warm an, hat eine handschmeichelnde Oberfläche und sorgt für ein angenehmes Raumklima. Neben hellen Hölzern wie Eiche, die oft in lebendiger Sortierung oder weiß pigmentiert zum Einsatz kommt, spielen dunkle Hölzer wie Nussbaum eine große Rolle.

Strukturierte Oberflächen
Wir berühren unser Handy über 2600 Mal am Tag. Seine glatte und kalte Oberfläche steigert den Wunsch nach Haptik, nach strukturierten Oberflächen. Samt, Wolle, Holz, neue Keramikoberflächen – alles, was die Hand gerne fühlt und dem Auge schmeichelt, wird gestalterisch eingesetzt. Gemixt wird bevorzugt. Kontraste schaffen ein reizvolles Spannungsfeld, das dem Interieur eine besonders lebendige, individuelle Note verleiht.

Formen und Farben der Natur entlehnt
Nicht nur die Materialien sind der Natur entlehnt, sie inspiriert auch die Formen und Farben. Die organische, runde Formensprache gewinnt an Bedeutung. Abgerundete Kanten oder dynamisch geformte Fußlösungen bei Tischen und Stühlen lösen eine strenge kubische Linienführung auf und wirken als Weichzeichner. Und auch der Kreis als Gestaltungselement wird wiederentdeckt – bei kleinen Tischen oder Accessoires. Grau- und Blautöne, Salbei, Minze oder auch Gelb- und Orangetöne aus der Blumenwelt verleihen der Wohnung sinnliche Akzente. Einzelne Colortops wie Rot oder Grün setzen Brüche und verankern das Auge auf Interieur-Stars.

Nach Jahren des Einfachen, Schlichten, Klaren zieht wieder eine gewisse Opulenz ins Wohnen ein: Das blaue oder bordeauxfarbene Sofa kombiniert mit wertvollen Teppichen und Stoffen, erinnert an die Salonkultur der 20er Jahre, großzügig und ausschweifend. Auch dunkles Holz wie Nussbaum ist diesem Stil zuzuschlagen. Insgesamt erfährt kunstvolles Handwerk noch mehr an Bedeutung: Details werden liebevoll zelebriert und machen das Möbelstück zum Unikat.